So besiegst du deinen inneren Schweinehund!

Es ist ein Bild, welches wir alle kennen und sich pünktlich jährlich am 2. Jänner jeden Jahres wiederholt: ein zum Bersten gefülltes Fitness-Studio. Nachdem der Kater zum Jahreswechsel erfolgreich auskuriert wurde ist sich jeder zu 100% sicher: dieses Jahr wird alles anders. Mein Körper wird auf Vordermann/Vorderfrau gebracht. Hm. War dieser Gedanke nicht schon mal da? Oder zwei Mal? „Keine Sorge“, beruhigt dich dein innerer Schweinehund. Vorletztes Jahr war Warm Up. Letztes Jahr war Übungszeit. Aber jetzt ist Show-Time!


So geschieht es, dass die guten Neujahrs-Vorsätze sich zu einem Mix aus Testosteron, Östrogenen und Schweiß in Fitness-Studios aus aller Welt gesellen. Doch so schnell die guten Intentionen und Versprechen an das eigene Ich kamen, so schnell verschwinden sie auch wieder. Und bereits im Februar kämpfen lediglich noch die „alteingesessenen“ Sportlerinnen und Sportler um das Eisen der Kraftkammer.

Sport ist Mord?

Was ist der Grund und Ursprung dieses Phänomens? Und wie können wir den inneren Schweinehund endgültig besiegen? Die Antworten sind erstaunlich einfach. Wenn wir uns die Entwicklung des menschlichen Gehirns vor Augen führen, so stellt man fest, dass es nicht nur ein großer Energieverbraucher ist (knapp 25% der uns zugeführten Gesamtenergie wird durch die Kommandozentrale unseres Körpers verbraucht) sondern einer ständigen Entwicklung unterliegt. Obwohl sich noch nicht alle Experten einig sind, ob neuere Anteile unseres Gehirns, wie der Neokortex, tatsächlich „jung“ sind, so besteht kein Zweifel über das Bestehen menschlicher Überlebensinstinkte. Diese umfassen Aktivitäten wie schlafen, essen, trinken oder das Bedürfnis sich fortzupflanzen.

Dabei bleibt es nicht nur bei diesen „primitiven“ Überlebens-Zielen: sie sollen auch möglichst einfach erreichbar sein. Mit möglichst wenig Zeitaufwand – ohne Schmerzen. Hier schneidet sich bereits der Weg zum Traumkörper: Egal ob Mann oder Frau, jeder will ihn. Aber wer ist auch bereit dafür zu arbeiten? Wer quält sich nach einem harten Arbeitstag in ein stickiges Studio um dort Übungen auszuführen, die a.) Zeit kosten. b.) schmerzhaft sind? Einen Tag? Kein Problem. Aber dann gleich mehrmals pro Woche? Der Weg zur Couch ist da für viele die einfachere Lösung. Es ist der Weg des geringsten Widerstandes.

  • Schluss mit der Theorie!
  • Schluss mit den Vorsätzen!
  • Schluss mit der Rederei!

 Wie können wir den inneren Schweinehund überwinden?

Genau so: wir starten. Und zwar jetzt gleich. Denn oft wird aus einem Morgen, ein Übermorgen, ein Überübermorgen, ein Jahr, ein NIE. Den ersten Schritt haben wir bereits gemeinsam getan. Wir wissen nun wo der innere Schweinehund entstanden ist. Nämlich in unserem Kopf. Was füttert ihn? Ganz genau: unsere Gedanken. „Ich hab keine Zeit. Mein Kopf tut weh. Ich fange später an.“ Es sind die selben Lügen, die wir uns immer und immer wieder selbst erzählen und damit das kleine, böse Schweinchen am Leben erhalten.

Hier ist die Wahrheit: Wir haben niemals Zeit.
Wir nehmen uns die Zeit für Dinge, die uns wichtig sind.
Nachdem unser Körper der einzige Ort ist, von dem wir nicht wegziehen können sollte er uns besonders wichtig sein.

Du hast kein Fitness-Studio in deiner Nähe oder kannst dir die überteuerte Mitgliedschaft nicht leisten? Kein Problem: dieses Startup-Workout kannst du überall und jederzeit – wherever you go – absolvieren:

  1. 10 Minuten Joggen
  2. 20 Liegestütze
  3. 25 Kniebeugen

Für manche mag dieses Workout verdammt kurz klingen. Die Wahrheit ist, dass die Zeitdauer, die für eine Arbeitseinheit aufgewendet werden sollte stark überschätzt wird. Außerdem fangen wir gerade erst an. Da bleibt noch Luft nach oben. Menschen, die sich täglich für 1,5 Stunden im Gym zerstören, tun ihrem Körper unterm Strich nichts Gutes. Besser wirkt ein tägliches Training von 30-45 Minuten, das auf regelmäßiger Basis durchgeführt wird.

„Bullshi*!“, sagst du?
Dir geht jetzt schon die Puste aus?
Keine Angst, die Übungen müssen nicht am Stück absolviert werden.

So, nachdem nun auch die letzte Ausrede aus deinem Kopf eliminiert wurde, können wir deinen inneren Schweinehund auf Diät setzen. No excuses!

Du hast das StartUp-Workout erfolgreich absolviert? Es folgt der nächste Schritt: Die Wiederholung.

Ein ungesundes Essen macht dich nicht dick. Genauso wenig bringt dich ein absolviertes Workout in Form. Wer nicht trainiert wird das oben genannte Workout als schmerzhaft empfinden. Es spricht gegen unsere Überlebensinstinkte: zeitaufwendig, schmerzhaft, anstrengend, keine sofortigen Resultate. Und nun soll das Ganze täglich stattfinden? Ganz genau. Denn genau darin liegt der Schlüssel zum Erfolg: Persistenz. Es muss zur Gewohnheit werden.

Hast du als kleines Kind gerne die Zähne geputzt?

Wahrscheinlich nicht, aber durch das zwei-bis-dreifach-tägliche Wiederholen des Prozesses wurde Zähneputzen zur Gewohnheit. Und heute denkst du (hoffentlich) nicht mehr darüber nach ob du dir die Zähneputzen sollst, oder es einfach mal für eine Woche sein lässt. Wenn deine Workout-Routine zum Zähneputzen wird, dann wird sich etwas ändern in deinem Leben. Dann wirst auch DU im Fitness-Bereich erfolgreich werden.

Wie lange dauert es bis eine neue Gewohnheit in unserem Gehirn etabliert ist?

Die Antwort findet sich im „Gesetz der 62“. Es kann (noch) nicht wissenschaftlich erklärt werden. Jedoch spielt dabei das Phänomen der Neuroplastizität, ein neurophysiologischer Prozess, welcher in Lernprozessen und im Gedächtnis eine Schlüsselrolle spielt, eine Rolle. Schlussendlich soll durch die 62-fache Wiederholung eines Prozesses eine Gewohnheit geboren. Das ist unser Ziel.

Wann soll das Workout durchgeführt werden?
Auch hier steht wieder die Regelmäßigkeit im Vordergrund: Ob morgen, mittags oder abends, wichtig ist nicht wann, sondern OB du trainierst. Der Vorteil des Morgentrainings: man kann sich durch ein reichliches Frühstück belohnen. Der Benefit des Trainings am Abend? Besserer Schlaf.

Zusammengefasst kann unser innerer Schweinehund durch bloßes „Tun“ überwunden werden. Natürlich sind neurophysiologische Hintergründe und auch das „WARUM“ hinter unserem Tun und Denken wichtige Player im Gesamtprozess, schlussendlich müssen wir jedoch aktiv unseren Körper bewegen und das nicht nicht nur einmalig, sondern regelmäßig!

Post Author
Dominik Klug
Life is happening for you, not to you.

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