Wie du kriegst, was du verdienst

Ich hatte die letzten Wochen mit mehreren Schicksalsschlägen zu kämpfen, was mich auch nicht ausspart. Natürlich kann ich mich jetzt mit dem Kopf gegen eine Wand stellen und sagen, dass das Leben sehr trist aussieht, oder aber ich greife die Traurigkeit des Moments und kümmere mich darum, es in Fröhlichkeit und Motivation umzuwandeln. Wer seinen Träumen folgt, wird Erfolg ernten und dafür heißt es „Arbeit, Arbeit, Arbeit.“ Dass dabei die privaten Kontakte etwas zu kurz kommen ist klar und leider nicht zu vermeiden. Wichtig jedoch, dass die soziale Umgebung ein Stück weit auch realisiert, dass deine Absenz kein Desinteresse, sondern lediglich ein anderer Fokus bedeutet. Genau dieses Verständnis konnte ich bei einigen Charakteren in meinem Umfeld beispielsweise nicht vermitteln, was dann wohl oder übel darin endet, dass der Kontakt an der Stelle abgebrochen wird und mangelnde Zeit dann als „negative Persönlichkeit“ abgestempelt und eingraviert wird um den Schmerz des „Trennens“ leichter zu machen.

Damit musst du klarkommen, wenn du dir Ziele setzt, die höher sind, als 50.000 € Netto-Umsatz im Jahr, vor allem wenn du Phasen hast in der dein Netto weniger sind als geplant, weil schlecht kalkuliert oder mehrere Strapazen gleichzeitig passieren, kannst du dir nicht erwarten, dass dein Umfeld immer für dich da ist, sondern oft eher zusätzlich dagegen redet. „Wenn du nicht davon leben kannst, dann macht dich dein Schaffen kaputt.“ Das stimmt halt einfach nicht. „Ein Leben dafür“ schafft über kurz oder lang auch ein „Leben davon“. Dazu musst du aber aktiv an deinem Erfolgs-Zeitplan arbeiten und ihn auch dementsprechend zulassen. Auch in Phasen wo es nicht läuft. Bei mir äußert sich Stress und Druck dadurch, wenn sich im Büro Müll aufstaut oder die Zugänge zu Getränken ausgehen. Da merke ich, dass ich zu viel konsumiere, aber mir selbst keine aktive Pause gönne. Ein engagierter Arbeitszeitplan inkludiert auch die Pausen, die man sich selbst nehmen muss, um einen klaren Kopf zu bekommen, genauso wie ein zeitintensives Work-Out an den Tätigkeiten, die du dir in den Kopf gesetzt hast. „Was muss noch gemacht werden? Was ist noch offen? Was kann ich anpassen? Was soll sich noch verändern? Wo kann ich was investieren um den nächsten Schritt zu gehen?“

Wenn ich nichts habe, wie kann ich dann investieren?
Weil einige wissen, dass ich in den Phasen meiner Selbstständigkeit immer wieder an den Punkt kam, wo ich nichts hatte, wie man von diesem Standpunkt wegkommt und wie man dann noch weiterinvestieren kann, ohne Geld zu haben. Nun, Geld ist nicht die einzige Ressource, die etwas zählt in der Arbeitswelt, sondern die Hauptressource ist im Endeffekt die Zeit, die durch Geld aufgewertet wird. Es ist auch meist nicht so, dass die Aufträge der Grund sind, warum ein Unternehmen plötzlich Schwierigkeiten hat, sondern bei mir war beispielsweise öfters der Hauptgrund die ständige Investition meines Geldes in die Qualität meiner Projekte, in die Werbung nach Außen und in die Honorare der Mitarbeitenden. Bezahlt wirst du als Arbeitgeber immer als Letzter. Für mich ist es wichtig, mein Umfeld, ohne welches bestimmte Aufträge nie umgesetzt werden könnten, für ihre Leistungen entsprechend wertzuschätzen. So sind die Kosten, die man in das eigene Unternehmen steckt oft immens und von Außen auf den ersten Blick nicht wirklich sichtbar. Und wie ich oben bereits erwähnt habe ist die Ressource Zeit im Endeffekt auch die einzige Ressource, die gänzlich ohne Geld auskommt. Du kannst 2 Stunden pro Tag in ein Projekt investieren und nicht vergütet werden, oder du steckst 20 Stunden Zeit pro Tag in ein Projekt, für das du kein Geld bekommst. Das Projekt verliert dennoch nicht an Wert, sondern steigert den Wert unermesslich, weil du mit deinem Engagement und deiner investierten Zeit dich zu 200% darum kümmerst, dass das Projekt die Qualität und den Umfang hat, der nach deinem Ermessen notwendig ist, um es vorzuzeigen.

Bei mir war das beispielsweise die unermessliche Zeit-Investition in die neue Webseite meiner Firma. Im Rahmen der Veröffentlichung verfasste ich über 200 Text-Seiten an Content, der über die nächsten Wochen auf der Webpräsenz online erscheint, sammelte über 400 Bilder und kümmerte mich um die Strukturierung und die Integration des eben-genanten Inhalts im Content Management System. Dass dies nicht in 4 Stunden erledigt ist weiß jeder, der die Zahlen hier vor sich hat . Gleichzeitig ist es aber auch so, dass ich für die Erstellung meiner eigenen Webseite selbstverständlich nicht vergütet werde. Wo liegt denn hier der Mehrwert? In der Investition, die nachhaltig gesehen den Profit einbringen wird, weil man sich darum kümmert, das eigene Projekt perfekt zu machen.

Die Krux des Arbeitnehmers
„Ich verdiene nur 1500,00 € im Monat. Mein Chef macht fix das Zehnfache von mir, dabei ist er nie da. Nun gut, wenn ich nicht mehr bekomme, dann arbeite ich halt auch nur mit 50% meiner Leistung.“ So und so ähnlich habe ich es schon oft mitbekommen und in unterschiedlichen Betrieben gehört und miterlebt. Es ist schade und falsch und ein komplett falsches Denken, was in vielen Köpfen von Arbeitnehmern passiert und für mich auch der Grund meine Mitarbeiter weise auszuwählen. Es braucht Mitarbeiter, die den Spirit teilen, die Motivation, den Geist der Firma um nachhaltig Erfolge zu scheffeln – als Team, nicht als Einzelkämpfer. Und wenn ein Team nicht machbar ist, dann aber zumindest mit dem Engagement, dass man am Ende des Tages stolz auf sich selbst und sein Leisten zurückblicken kann, was nach einer gewissen Zeitspanne auch garantiert wertgeschätzt wird. Bei einem Netto-Gehalt von 1500,00 € bezahlt der Dienstgeber monatlich eine Summe von ca. 616,00 € für die Versicherung und Lohnsteuer. Somit zahlt der Arbeitgeber jeden Monat 2648,00 € für deine Leistungen. Wenn du den 13. und 14. Gehalt (Urlaubsgehälter) noch dazuzählst, dann macht das Gesamt sogar über 3000,00 € aus, die dein Arbeitgeber monatlich an dich ausbezahlen muss. „Bist du das wert?“

Wenn du mehr Gehalt willst, dann bringe deinem Arbeitgeber das Dreifache von dem ein, was du verdienst.
Wenn du am Ende des Monats mehr Netto verdienen willst, dann kümmere dich darum, dass du das Dreifache von dem einnimmst, was du netto verdienst. Erst dann lohnt es sich auch für den Arbeitgeber dir mehr Gehalt zuzusprechen. Wenn du jetzt aber aus Trotz beginnst nur noch 50% zu leisten und keine 100% und dich zu jedweder Zeit von Social Media und anderen Freizeit-Tätigkeiten ablenken lässt ist es schwer dir mehr Gehalt auszubezahlen und du schneidest dir auf mehreren Ebenen selbst ins Fleisch. Außerdem solltest du dich bei dieser Einstellung fragen, ob es sich für dich lohnt einen Job nur des Geldes wegen zu machen, oder ob du nicht etwas finden willst, was deinen Interessen entspricht.

Start-Up Land Österreich?
Ein Start Up zu sein ist für viele immer mehr ein Lifestyle geworden, der nicht nachhaltig ist. Förderungen sind gut und recht, aber reichen oft nicht und wenn man stolz darauf ist sein Unternehmen seit 10 Jahren als Start-Up zu führen sollte man sich wirklich überlegen, etwas Grundlegendes an der Einstellung zu ändern, bzw. sich zu fragen, warum das so ist. Wer eine Firma ins Leben ruft, der sollte so viel Zeit wie möglich damit verbringen, das eigene Unternehmen voranzukurbeln und die Umsetzung in den Vordergrund zu setzen. Dabei Rückschläge hinnehmen und feststellen, dass Grenzen da sind, wo man sie nicht vermutet und das Leben als Arbeitnehmer anders aussieht als es in der Schulzeit bereits schlechtgeredet wird. Führung zu haben ist nicht böse, sondern kann auch positiv passieren. Wenn man grundsätzlich aber erstmal die „Zügel in der Hand“ hat und erkennt, dass ein großer Teil des Geldes in die Staatskasse führt, dann ist es logisch, dass sich Arbeitgeber darüber aufregen, wenn das Geld auf überzogene Art und Weise für „Sinnlosigkeiten“ ausgegeben wird (Flughafen Berlin, millionenteure Sanierungen von Staatsgebäuden oder abstrakte Bauten, die als Kunst gepriesen und sechsstellig beziffert werden). Ab der Umsatzgrenze von 30.000 € ist ein Unternehmen in Österreich steuerpflichtig. Die Gewinngrenze liegt bei 11.000 €. Verrückt, wenn man bedenkt, wie rasch man in der höchsten Steuerstufe landet, danach kommt nichts mehr. Das sollte jetzt nicht heißen, dass man große Unternehmen noch mehr besteuern soll, sondern grundsätzlich wäre es wahrscheinlich das Beste für Start-Ups, wenn die Schwelle der unterschiedliche Steuerklassen anders gehandhabt wird, aber wer bin ich schon, darüber zu urteilen? (;

Fest steht…
Wer als Arbeitgeber Erfolge feiern will, der hat aktiv auch in einem Situationstief seine Ziele in den Vordergrund zu stellen und seine Traurigkeit in Leidenschaft und Motivation zu verwandeln. Wer als Arbeitnehmer erfolgreich sein will, der hat wertzuschätzen, dass er nur durch die unternehmerischen Leistungen seines Vorgesetzten, der seinen Traum verfolgt hat, in dieser Position steht, in der er nun ist und von dem „Kuchen mitnaschen darf“, sowie volle 100% seiner Arbeitszeit in die Arbeit zu investieren. Hart sind beide Seiten, ich habe mich für die Erste entschieden. Und du?

Post Author
Lukas GlobeTrotter
Life showed me that whatever you do - rather your failing or not - gives you experience and step by step i started to realize how beautiful it is to live.

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